Wie richte ich ein kleines Heimnetzwerk ein?
Dieser Beitrag soll einen kurzen Einblick in den Aufbau eines Netzwerkes für den Hausgebrauch geben. Dabei wird es um grundsätzliche Sachen, wie Verkabelung und IP-Adressen gehen. Wie man die Parameter unter den einzelnen Betriebssystemen einstellt, wird vielleicht in einem späteren Artikel geschildert.
Das wohl häufigste Szenario im heimischen Arbeits- oder Kinderzimmer sind wohl zwei Rechner, die gemeinsam ins Internet möchten oder untereinander Daten austauschen möchten. Zum gemeinsamen Datenaustausch kann man Programme wie PC Anywhere oder den guten alten Norton Commander in Verbindung mit einem gekreuzten parallelen oder seriellen Kabel benutzen. Diese Lösung hat bei großen Datenmengen einen riesigen Nachteil - viel zu langsam. Wenn man dann noch mehr machen möchte, als nur Daten auszutauschen oder den anderen Rechner fernzusteuern, gerät man auch ganz schnell an die Grenze dieser Lösungen.
Als logische Konsequenz muß also ein "richtiges" Netzwerk her. Auch hier lässt sich eine sogenannte Direktverbindung realisieren. Man benötigt dazu jeweils eine Netzwerkkart für die beiden Rechner und ein gekreuztes (cross-over) TP Kabel. Diese Kabel lässt sich nur für das Verbinden von zwei Netzwerkkarten oder zwischen Switches und Hubs ohne Uplink-Port verwenden! Das Kabel wird in die TP (Twisted Pair) Buchsen der beiden Rechner gesteckt. Sobald Treier installiert sind und die Rechner laufen, sollten ein oder zwei LEDs der beiden Netzwerkkarten leuchten bzw. blicken. Nun müssen noch einige Protokolle für das Betriebssystem installiert werden. Mehr dazu hier.

Direktverbindung zweier Computer
Wenn man seinen DSL Anschluss mit dem anderen Rechner teilen möcht und keinen Hub oder Switch kaufen will, so muß eine weitere Netzwerkkarte in den Rechner installiert werden. Bei dieser muß das DSL Modem angeschlossen werden, die entsprechenden Treiber für den DSL-Zugang. Im TCP/IP Protokoll sollte ebenfalls eine Netzwerkadresse eingetragen sein. Sie sollte sich möglichst in einem anderen Netz befinden (beispielsweise: 192.168.2.1 - 255.255.255.0). Wenn diese Netzwerkkarte im selben Netz liegt wie die anderen beiden, kann es zu Problem beim Datenaustausch zwischen den PCs kommen. Der zweite Netzwerkkarte muß dann noch als Gateway bei der ersten Karte im Rechner als Gateway eingetragen werden. Wie man die Internetverbindung teilt, wird hier beschrieben.
Verwendung des DSL-Modems und direkte Verbindung zu einem anderen Computer
Sollen mehr als 2 PCs im Netzwerk Ihren Dienst tun, so ist die Anschaffung eines Hubs oder Switch nicht mehr zu vermeiden. Selbst bei 2 PCs hat man eine wesentlich bessere Flexibiltät beim Einsatz eines Hubs bzw. Switchs. Nach Meinung des Autors ist die Vernetzung über Hubs/Switchs gegenüber der Direktverbindung vorzuziehen. Die Funktionsweise von Hubs und Switchs wird ein einem anderen Beitrag beschrieben.

Netzwerk mit Hilfe eines Hubs bzw. Switches
Zusätzlich zum Hub/Switch braucht man noch ein normales ungekreuztes TP-Kabel von jedem Rechner zum Hub/Switch. Die Netwerkkarten und entsprechenden Treiber müssen in jedem Rechner installiert werden. Dazu dann noch die hier beschriebenen Protokolle und Dienste - und schon kann es losgehen. Wie man die Internetverbindung teilt, wird hier erläutert.
Wer keine Kabel wuer durch die Wohnung legen möchte, der kann seine Rechner über Funk verbinden. Im Weiteren sollen zwei Möglichkeiten betrachtet werden: WLAN oder Bluetooth.
WLAN
Ohne weitere Aufwendungen lassen sich mit der Technik nach IEEE 802.11b Entfernungen von 20 Metern und mehr in Gebäuden mit bis zu 11Mbps überbrücken. Im Freien sind bis zu 150 Meter bei freier Sicht möglich. Ein Funknetzwerk kann man als Ad-hoc Netz und als Infrastruktur-Netz aufbauen. beide Modi werden von den gängigen Funknetzwerkkarten unterstützt.
Im Ad-hoc-Modus kommunizieren die Stationen direkt miteinander. Es handelt sich dabei um eine Punkt-zu-Punkt Übertragung, bei der sich ein Rechner mit mehreren Rechnern gleichzeitig unterhalten kann. Des Weiteren ist es möglich, daß zwei entfernet Rechner, die selbst keine Verbindung zueinander aufbauen können, einen drittel Rechner als eine Art Relais benutzen und so miteinander kommunizieren können. Diese Art des Funknetze ist vor allem für wenige Rechner und im SOHO Umfeld geeignet.
Im Infrastruktur-Modus vermittelt eine Basisstation, ein sogenannter Access-Point, zwischen den Clients. Er dient zum einen als Bridge zum drahtgebundenen Netzwerk oder, bei eingebauter Routerfunktionalität, als Bindeglied zum ISD- oder DSL-Anschluss. Zum anderen Arbeitet der Access-Point als Repeater. Das bedeutet, daß er Pakete empfängt und sie aufgefrischt an andere Stationen weitergibt. Damit lässt sich die Reichweite des Funknetzes nahezu verdoppeln.
Um ein Funknetzwerk im Ad-hoc-Modus in Betrieb zu nehmen, müssen alle Clients auf einen eiheitlichen Funknetz-Namen eingestellt werden. Beim Infrastruktur-Modus ist dies nicht nötig. Normalerweise finden die Funkkarten selber einen gemeinsamen Kanal um miteinander kommunizieren zu können. Es kann aber auch einer vorgegeben werden. Dieser muß auf allen Stationen einheitlich sein.
Alle andere Einstellungen sind mit den anderen beiden Varianten identisch: Protokolle und Dienste, gemeinsamer Internetzugang
Bluetooth
Bluetooth ist eine international standardisierte Datenschnittstelle, mit deren Hilfe sich selbst kleinste Geräte per Funk steuern lassen. Es handelt sich dabei im wahrsten Sinn des Wortes um Kurzsteckenfunk. Die maximale Reichweite beträgt ungefähr zehn Meter. Mit speziellen Verstärkern lässt sie sich auf bis zu 100 Meter erhöhen. Die Üebrtragung erfolgt auf mehreren synchronen und einem asynchronen Kanal. Synchrone Kanäle übertragen in beide Richtungen 64 Kbps und sind speziell für Sprachübertragung ausgelegt. Der Datenkanal kann mit maximal 721 Kbps in die eine und 57,6 Kbps in die andere Richtung belastet werden. Bei optimaler symetrischer Übertragung auf diesem Kanal sind maximal 432,6 Kbps möglich.
TCP/IP Parameter
Damit ein kleines Netzwerk auch funktioniert, muß im günstigsten Fall das TCP/IP Protokoll (bei Windows zustäzlich der "Client für Microsoftnetzwerke" und die "Datei- und Druckerfreigabe") installiert und richtig konfiguriert sein. Die Einstellungen der IP-Adresse und der Subnetzmaske sind eigentlich die wichtigsten Einstellungen, die softwareseitig vorgenommen werden müssen. Es sollte eine IP-Adresse aus dem Bereich 192.168.0.0 bis 192.168.255.255 gewählt werden. In diesem Bereich lassen sich 256 unterschiedliche Netze abbilden. 192.168.1.0 bis 192.168.1.255 ist ein mögliche Netz. Jedes Netz kann bis zu 253 Rechner aufnehmen. Die zugehörige Subetzmaske ist in dieser Konstellation 255.255.255.0.
Empfehlung:
- Rechner 1:
- IP-Adresse: 192.168.1.1
- Subnetzmaske: 255.255.255.0
- Rechner 2:
- IP-Adresse: 192.168.1.2
- Subnetzmaske: 255.255.255.0
- Rechner x:
- IP-Adresse: 192.168.1.x
- Subnetzmaske: 255.255.255.0
Die Einträge für DNS Server bzw. Gateway sind meist nur in größeren Netzen von Nöten. Sollte die Verbindung über einen Router hergestellt werden, so muß die IP-Adresse des Routers als Gateway eingetragen werden. Bei vielen Routern für den SOHO (Small Office - Home Office) Bereich ist dieser gleichzeitig DNS Server und muß als solcher eingetragen werden.
Wie diese Einstellung konkret unter Windows vorgenommen werden, lesen Sie in diesem Beitrag.
weiterführende Beiträge:
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